Einsatzmöglichkeiten der Liechtensteiner Stiftung

Hier informieren wir Sie mittels kurzer Übersicht über die Einsatzmöglichkeiten einer Stiftung  nach liechtensteinischem Recht.

Im Gegensatz zu anderen Jurisdiktionen ist die liechtensteinische Stiftung speziell auch auf den privatnützigen Bereich zugeschnitten. Das Instrument der sogenannten Privat- oder Familienstiftung eignet sich im Besonderen für den Vermögensschutz „Asset Protection“ und zur Lösung erbrechtlicher Fragen und/oder Nachfolgeregelungen.

Eine Stiftung als Gefäß zur Haltung von Vermögenswerten

Der Einsatz einer Stiftung als Gefäß zur Haltung von Vermögenswerten (liquide Mittel, Immobilien, Kunst, Rechte, immaterielle Vermögenswerte, Wertschriftendepots u.a.m.) dient dem Vermögensschutz, aber auch als Holding–Struktur für im Ausland gelegene Firmenwerte.

Die Hürden zur Angreifbarkeit der Vermögenswerte durch ausländische Staaten, Gläubiger, vermeintliche Erben usw. sind sehr hoch. Uns ist jedenfalls aktuell keine Gesellschaftsform bekannt, die einen besseren Schutz bieten würde.

Ähnliches gilt auch für die Lösung erbrechtlicher Fragen. Mittels einem sogenannten Beistatut kann der Stifter weitgehend nach eigenem Gutdünken seine letztwillige Verfügung hinterlegen.

Es gilt jedoch, genau zu überlegen, wie die Stiftung im Innenverhältnis ausgestattet werden soll. Wir kennen einerseits die transparente Struktur. Die Vermögenswerte werden bei Einbringung in die Stiftung als rechtlich verselbständigt betrachtet. Steuerlich werden sie jedoch nach wie vor dem Stifter zugerechnet. Dies heißt in der Konsequenz, dass sowohl die Einbringung als auch die Entnahme von Vermögenswerten steuerlich neutral betrachtet werden. Verstirbt der Stifter, kommt je nach Domizilland der weiteren Begünstigten die Erbschaftssteuer zum Zuge.


Die intransparente Ausgestaltung einer Stiftung

Andererseits gibt es noch die intransparente Ausgestaltung einer Stiftung. Bei der intransparenten Struktur begibt sich der Stifter effektiv seiner Vermögenswerte. Er hat nach Einbringung der Werte in die Stiftung keinerlei Verfügungsgewalt mehr. Dies heisst, dass er die Vermögenswerte der Stiftung schenkt und unter Umständen eine Schenkungssteuer greift. Der Stifter kann lediglich einen Kreis bestimmbarer Begünstigter nennen, nicht jedoch bestimmte Personen.

 

Vor Erstellung einer Struktur, gilt es in jedem Falle die steuerlichen Konsequenzen zu überprüfen. Dazu arbeiten wir mit einem der führenden deutschen Steuerexperten zusammen.

Gegen das Insolvenzrecht sowie Zwangshypotheken sind Sie ebenfalls geschützt.


Sicherung von privaten Vermögenswerten

Die Vorteile der Gründung einer Holdinggesellschaft in Liechtenstein

Steuerliche Vorteile

Das per 1. Januar 2011 in Kraft getretene neue liechtensteinische Steuergesetz enthält im Bereich der Unternehmenssteuer viele Neuerungen. Nachfolgend werden die Vorteile in Bezug auf die Gründung einer Holdinggesellschaft in Liechtenstein dargestellt.

 

Beteiligungsabzug

Der liechtensteinische Gesetzgeber hat einen vollständigen Beteiligungsabzug unabhängig von der Höhe und Haltedauer der Beteiligung zugelassen. Reine Beteiligungserlöse werden somit nicht besteuert. Folglich unterliegen Dividenden (Gewinnanteile) und Kapitalgewinne aus dem Verkauf von Beteiligungen an in- oder ausländische juristische Personen in Liechtenstein keiner Steuer.

Ertragssteuer-Flatrate

Aktive Einnahmen der Holdinggesellschaften werden in Liechtenstein mit dem proportionalen Steuersatz von 12,5 %, mindestens jedoch mit CHF 1.800 jährlich besteuert. Die Steuerpflicht beschränkt sich auf den steuerbaren Reinertrag. Der handelsrechtliche Reinertrag ist um ausländische Betriebsstättenergebnisse, Miet- und Pachtverträge ausländischer Grundver- mögen, Dividenden, Kapitalgewinne und um den sogenannten Eigenkapitalzinsabzug von gegenwärtig 4 % auf Holdings in Liechtenstein das modifizierte Eigenkapital zu kürzen. Dieser Eigenkapitalzinsabzug reduziert die Bemessungsgrundlage und senkt indes den effektiven Steuersatz.

Steuerbefreiung

Die Kapitalsteuer wurde im Wege der liechtensteinischen Steuerreform abgeschafft. Ebenso entfallen der Ausschüttungszuschlag im Rahmen der Ertragssteuer.

Gruppenbesteuerung und unbeschränkter Verlustvortrag

Bei der Gruppenbesteuerung können die innerhalb eines Jahres entstandenen Verluste mit Gewinnen gleichen Jahres anderer in- und ausländischer Gruppengesellschaften verrechnet werden. Vorausgesetzt ist jedoch, dass die antragsstellende juristische Person der unbe- schränkten Steuerpflicht im Inland unterliegt sowie eine Mehrheitsbeteiligung an in- oder ausländischen juristischen Personen hält. Beschränkt steuerpflichtigen juristischen Perso- nen ist dies unter der Voraussetzung möglich, dass die Beteiligungen einer Zweigniederlas- sung in Liechtenstein zugerechnet werden können. Werden Beteiligungen nicht vollständig beherrscht, so wird eine quotale Verlustzurechnung zugelassen. Das Recht auf Gruppen- besteuerung wird in Liechtenstein auf Antrag erteilt. Der Verlustvortrag ist in Liechtenstein zeitlich unbeschränkt. Dies hat zur Folge, dass Verluste mit späteren steuerbaren Gewinnen zeitlich unbegrenzt verrechnet werden dürfen.

Privilegierte Besteuerung von Gesellschaften mit PVS-Steuerstatus

Der liechtensteinische Gesetzgeber hat für juristische Personen, deren einziger Zweck in der Vermögensverwaltung liegt und die keine wirtschaftliche Tätigkeit ausüben, neue steuer- liche Privilegierungen in Form der Qualifizierung als Privatvermögensstruktur (PVS) vorge- sehen. Holding in Liechtenstein Gesellschaften mit PVS-Steuerstatus dürfen hauptsächlich Vermögen erwerben, besitzen, verwalten und veräußern. Diese Tätigkeit beschränkt sich auf das passive Erzielen von Einkünften aus dem Vermögen und schließt jeglichen kommerziellen Handel aus. Dabei darf eine PVS nur dann Beteiligungen halten, wenn sie keinen tatsäch- lichen Einfluss auf die Verwaltung der Tochtergesellschaft ausübt. Auch darf der Eigen- tümer einer PVS-Gesellschaft selbst kein Unternehmen sein. Vielmehr muss er entweder eine natürliche Person, eine Gesellschaft mit PVS-Steuerstatus oder eine auf Rechnung die- ser beiden Personengruppen zwischengestaltete Person sein. Die PVS unterliegt ausschließ- lich einer Mindestertragssteuer von 1.800 CHF. Darüber hinaus werden keine Ertragssteuern erhoben.

Wir hoffen wir konnten Ihnen einen kleinen Einblick in das Thema „Stiftung und Holding“ gegeben.

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